Wucher

Wucher

Hat jemand den Leichtsinn, die Zwangslage, Verstandesschwäche oder Gemütsaufregung einer anderen Person dadurch ausgenützt, dass er ihr eine Leistung verkauft, deren Leistung zur eigenen Leistung in auffallenden Missverhältnis steht, ist der Vertrag gemäß § 879 Abs 3 ABGB nichtig.

Den Wuchertatbestand stellt einen Sonderfall der Sittenwidrigkeit dar, wobei die Aufzählung der auf Seite des Benachteiligten erforderlichen Voraussetzung für den Wucherbegriff nicht taxativ laut OGH nicht taxativ, also nicht abschließend ist. Neben Leichtsinn, Zwangslage, Verstandesschwäche und Unerfahrenheit kommen auch noch andere Umstände auf Seite des Benachteiligten in Betracht, wie Unkenntnis des Wertes seiner eigenen Leistung, zu große Vertrauensseligkeit und dergleichen mehr.

Wucher ist somit die bewusste Ausnützung des Schwächeren, um übermäßigen Gewinn zu erzielen. 

Unter besonderen Umständen kann Wucher auch strafrechtlich sanktioniert werden. So stellt das StGB in § 154 den Geldwucher und in § 155 den Sachwucher unter Strafe.


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zuletzt aktualisiert: 15.07.2015
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Autor(en): rechteinfach

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