Vaterschaftsanerkenntnis

Vaterschaftsanerkenntnis

Die Vaterschaft wird durch persönliche Erklärung in inländischer öffentlicher oder öffentlich-beglaubigter Urkunde anerkannt. Das Anerkenntnis wirkt ab dem Zeitpunkt der Erklärung, sofern die Urkunde oder ihre öffentlich-beglaubigte Abschrift dem Standesbeamten zukommt. Das Anerkenntnis soll eine genaue Bezeichnung des Anerkennenden, der Mutter und des Kindes, sofern es bereits geboren ist, enthalten.                                                                                                          Das Kind oder die Mutter können gegen das Anerkenntnis innerhalb von zwei Jahren ab Kenntnis von dessen Rechtswirksamkeit bei Gericht Widerspruch erheben. Der Fristenlauf ist gehemmt, solange die zum Widerspruch berechtigte Person nicht eigenberechtigt ist oder innerhalb des letzten Jahres der Frist durch ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis am Widerspruch gehindert ist. Sofern zum Zeitpunkt der Anerkennung bereits die Vaterschaft eines anderen Mannes feststeht, wird das Anerkenntnis erst rechtswirksam sobald mit allgemein verbindlicher Wirkung festgestellt ist, dass der andere Mann nicht der Vater des betreffenden Kindes ist. Das abgegebene Vaterschaftsanerkenntnis wird jedoch rechtswirksam, wenn in öffentlicher oder öffentlich beglaubigter Urkunde das Kind dem Anerkenntnis zustimmt. Ist das Kind nicht eigenberechtigt, so wird das Anerkenntnis nur rechtswirksam, wenn die einsichts- und urteilsfähige Mutter selbst den Anerkennenden in der genannten Form als Vater bezeichnet. Der Mann, der als Vater feststand, oder die Mutter, sofern sie einsichts- und urteilsfähig sowie am Leben ist und nicht nach Abs. 2 den Anerkennenden als Vater bezeichnet hat, kann gegen das Anerkenntnis bei Gericht Widerspruch erheben. Der Jugendwohlfahrtsträger ist für die Zustimmung des minderjährigen Kindes gesetzlicher Vertreter des Kindes.

Das Gericht hat das Vaterschaftsanerkenntnis von Amts wegen für rechtsunwirksam zu erklären, wenn Formvorschriften nicht erfüllt wurden oder es beim Anerkenntnis an der Einsichts- und Urteilsfähigkeit der beteiligten Personen gemangelt hat. Der Anerkennende kann auf Antrag das Vaterschaftsanerkenntnis für rechtsunwirksam erklären lassen, wenn er beweist, dass sein Anerkenntnis durch List, ungerechte und begründete Furcht oder Irrtum veranlasst worden ist bzw dass das Kind nicht von ihm abstammt und er erst nachträglich von diesen Umständen Kenntnis erlangt hat. Ein solcher Widerspruch kann längstens bis zum Ablauf von zwei Jahren nach Entdeckung der Täuschung, des Irrtums oder der genannten Umstände oder nach Wegfall der Zwangslage erhoben werden, wobei die Frist frühestens mit der Geburt des Kindes zu laufen beginnt.

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zuletzt aktualisiert: 07.03.2015
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Autor(en): rechteinfach

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