Sachverständigenhaftung

Sachverständigenhaftung

Die Sachverständigenhaftung in § 1299 ABGB normiert für Sachverständige einen objektiven Haftungsmaßstab, der sich an der übliche Sorgfalt jener Personen richtet, die eine bestimmte fachkundige Tätigkeit ausüben.
 
Die Sachverständigenhaftung gilt nach dem Wortlaut der Bestimmung für alle Personen, die „sich zu einem Amte, zu einer Kunst, zu einem Gewerbe oder Handwerke öffentlich” bekennen und deren „Ausführung eigene Kunstkenntnisse oder einen nicht gewöhnlichen Fleiß” erfordern.
Dazu zählen etwa Rechtsanwälte, Ärzte, Steuerberater, Baumeister, Handwerker, Gewerbetreibende, Bergführer und andere die öffentlich Tätigkeiten ausführen, die besondere Kenntnisse und Fähigkeiten erfordern.
 
So kann sich ein Rechtsanwalt, Arzt  oder Bauingenieur nicht dadurch entschuldigen, dass ihm gewisse Kenntnisse ohne persönliches Verschulden gefehlt hat. Sie haben zu vertreten, was ein typischer Rechtsanwalt, Arzt oder Bauingenier zu wissen hat.
 
Die Sachverständigenhaftung kommt es somit auf die übliche Sorgfalt jener Personen an, die die betreffende Tätigkeit ausüben. Der Sachverständige hat für seine mangelnde Kenntnisse und Fähigkeiten einzustehen.
 
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zuletzt aktualisiert: 20.06.2015
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Autor(en): rechteinfach

siehe auch:
Schadenersatz