Grundstücksgrenzen Grenzerneuerung Grenzberichtigung

Grundstücksgrenzen Grenzerneuerung Grenzberichtigung

Sofern die Grenzen zwischen zwei benachbarten Liegenschaftseigentümern "wirklich unkennbar oder streitig" sind, kann jeder der Nachbarn die gerichtliche Erneuerung oder Berichtigung im Ausserstreitverfahren verlangen.

Grenzberichtigungsverfahren

Wenn die Grenzen tatsächlich unkenntlich oder der Verlauf strittig ist, so werden sie nach dem letzten ruhigen Besitzstand festgesetzt (Grenzberichtigungs- und Grenzscheidungsverfahren). Wenn der letzte ruhige Besitzstand nicht bekannt ist, entscheidet das Gericht nach billigem Ermessen (§ 851 ABGB). Letzter ruhiger Besitz liegt vor, wenn er einige Zeit unangefochten gedauert hat, und nicht unecht ist.

Nach billigem Ermessen beurteilt auch das Gericht die Urkunden, Aussagen sachkundiger Zeugen und Sachverständigengutachten, wie sie im § 852 ABGB vorgesehen sind.

Wichtige Ausnahme Kataster

Für Grenzen von Grundstücken, die im Grenzkataster enthalten sind, finden die Bestimmungen der §§ 850 bis 853 keine Anwendung, so § 853a ABGB. Statt des Ausserstreitverfahrens kommt ein Verwaltungsverfahren zur Anwendung (§ 40 VermG).


wichtige Normen:
§ 850 ABGB
§ 851 ABGB
§ 852 ABGB
§ 853 ABGB
§ 853a ABGB

 

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zuletzt aktualisiert: 10.07.2011
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Autor(en): rechteinfach

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