Geschäftsführung ohne Auftrag

Geschäftsführung ohne Auftrag

Unter Geschäftsführung ohne Auftrag versteht man die eigenmächtige Besorgung der Angelegenheit eines anderen in der Absicht, dessen Interessen zu fördern.

Geregelt ist diese in den §§ 1035 ff ABGB und zählt zu den gesetzlichen Schuldverhältnissen.


Es gibt verschiedene Arten der Geschäftsführung ohne Auftrag. Man unterscheidet die:
Geschäftsführung im Notfall
nützliche Geschäftsführung

Geschäftsführung im Notfall

Die Geschäftsführung im Notfall ist im § 1036 ABGB geregelt. Gerechtfertigt ist das Eingreifen des Geschäfsführers nur dann, wenn ein Schaden unmittelbar droht.

Beispiel: A ist auf Urlaub und nicht erreichbar. B, sein Nachbar, entdeckt, dass nach einem Sturm das Dach des A beschädigt ist. B lässt das Dach des A reparieren, um einem unmittelbar drohenden Schaden durch einen Regen zu verhindern.

Dem Geschäfsherr (im obigen Beispiel A) hat dem Geschäftsführer (im obigen Beispiel B), die notwendigen und zweckmäßigen Aufwände zu ersetzen.

Nützliche Geschäftsführung

Im Unterschied zu der Geschäftsführung im Notfall liegt bei der nützlichen Geschäftsführung kein Notfall vor. Der Geschäftsführer handelt aber klar zum überwiegenden Vorteil der Geschäftsherrn (§ 1037 ABGB).
Aufwendungen des Geschäftsführers müssen vom Geschäftsherrn nur ersetzt werden, wenn diese erfolgreich, also tatsächlich nützlich, waren.

Unerlaubte Geschäftsführung

Gegen den ausdrücklichen Willen des Geschäftsherren.

Angewandte Geschäftsführung

In bestimmten Fällen wir auf die Erordernis des Fremdgeschäftsführungswillens verzichtet.
Beispiele:

  • unrechlicher Besitzer, der einen Aufwand an der Sache gemacht hat
  • unrechdlicher Bauführer, der mit eigenem Material auf fremden Grund baut

Unechte Geschäftsführung

Es liegt kein Fremgeschäftsführungswille vor, totzdem wir ein fremdes Geschäft geführt.

 



§ 1035 ABGB
§ 1037 ABGB
§ 1038 ABGB
§ 1039 ABGB
§ 1040 ABGB
§ 1041 ABGB

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zuletzt aktualisiert: 11.12.2012
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Autor(en): rechteinfach

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